Neue Bänke für die Pfarrkirche

In fast jedem Gottesdienst war es zu hören: das Herunterfallen eines oder mehrerer Gotteslobe von den schrägen Buchablagen. Deshalb gab es in unserer Pfarrei schon länger den Wunsch, die Kirchenbänke ent­sprechend so zu verändern, damit dies nicht mehr passieren kann. Zunächst hatte ein Holzgestalter Muster für keilförmige Aufdoppelungen entwor­fen, um die Bücher gerade ab­le­gen zu können. Allerdings überzeugte diese Variante den Kirchenrat weder optisch noch von den zu erwartenden Kosten. Zudem waren viele Bänke in einem überholungsbedürftigen Zustand, da sie gebro­chene Wangen und Sitzflächen, Abspal­tungen und schadhafte Oberflächen auf­wiesen. Das Aufarbeiten der alten Bänke hätte Kosten in nicht geringem Ausmaß ver­ursacht.

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Während dieser Überlegungen kam die Nachricht, dass eine 2016 verstorbene Frau aus der Gemeinde, der „ihre“ Kirche sehr am Herzen lag, der Pfarrei Heilige Familie einen Teil ihres Erbes vermacht hatte.
Im Bewusstsein, mit diesem Erbe verantwortlich und im Sinne der Erblasserin umzugehen, entschied sich der Kirchenrat für die Anschaffung neuer Kirchenbänke und vergab nach entsprechender Ausschreibung den Auftrag an die Firma Schönfeld & Bayer aus Crimmitschau. Diese hatte bereits in der dort 2013 neu erbauten Kirche St. Franziskus die Bänke gefertigt.
Aufgrund der Gegeben­heiten in der Kirche, wie etwa die festgelegten Kabel­anschlüsse für die Bankheizungen und die Veranke­rungen in den Bodenfliesen, wurde die Anzahl der Bänke beibehalten. Auch in der Form orientieren sich die neuen Bänke weitgehend an den alten.
Die Buchablage wurde jedoch gerade gefertigt und die Rückenlehne zugunsten einer breiteren Auflagefläche mit einem geringeren Winkel versehen, so dass die Gefahr des Herunterfallens eines Gotteslobes um ein Vielfaches minimiert wurde.
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Auch in der ersten Reihe gibt es Neuerungen: Statt einer großen Bank auf jeder Seite wurden drei entsprechend kürzere Bänke verbaut. Diese können bei Bedarf herausgenommen werden, so dass auch Rollstuhlfahrer, z.B. aus dem benachbarten Altenpflegeheim St. Barbara, die regelmäßig die Gottesdienste mitfeiern, und bislang am Rand standen, nun in der ersten Reihe einen Platz finden. Fortan wird auch der Kommuniongang der Gemeinde etwas einfacher, weil die Rollstühle dabei nicht mehr zur Seite gefahren werden brauchen.
Waren bisher die durchgehenden Kniebänke mit je vier Metern kaum zu bewegen, wurden die neuen dreigeteilt gefer­tigt, so dass sich auch einzelne Teile ohne große Kraftanstrengung nach oben klappen lassen. Dies erleichtert zugleich das Hineingehen in die Bank.
In jeder Seitennische der Kirche stand bisher eine Bank. Nun wurden je zwei Bänke verbaut und die Nischen damit voll ausgefüllt, was zusätzliche Sitzplätze bietet.
Aufgrund der Hartölgrundierung mit einer Heißwachs-Endbe­handlung sehen die in Eiche gefertigten Bänke viel heller aus als die bisherigen, die aus dunkel gebeiztem und lackiertem Eichenholz bestanden.
Dass eine dringende Erneuerung der Kirchenbänke wirklich notwendig war, merkten die ca. 20 fleißigen Helfer aus der Gemeinde, die bei der Demontage der alten Bänke halfen. Bei einigen hatten sie große Mühe, diese im Ganzen aus der Kirche zu tragen.
Mehrere alte Bänke nahmen Gemeindemitglieder mit nach Hause, die restlichen holten Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen St. Mauritius vom Christlichen Sozialwerk. Dort sollen sie zunächst eingelagert und bei Bedarf überholt und abgegeben werden.
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„Ich bin sehr dankbar für die neuen Bänke, die unseren Kirchenraum gleich viel heller erstrahlen lassen“, erklärte der Pfarrer und Dekan Markus Böhme, der selbst gelernter Tischler ist, „und ich freue mich, in der Firma Schönfeld & Bayer einen Partner gefunden zu haben, der ein Gespür für den liturgischen Raum hat, und unkompliziert auf manchen Sonderwunsch einging.“
 

Mit rund 181 laufenden Meter Bänke bietet die Pfarrkirche Heilige Familie Platz für bis zu 400 Personen und ist damit im Dekanat Zwickau die katholische Kirche mit den meisten Sitzplätzen (zum Vergleich: in der Kirche St. Johann Nepomuk in Zwickau gibt es 92 lfd. Meter Bänke).
Hinzu kommen 34 neue Stühle auf der Empore. Diese wurden von einer privaten Spenderin finanziert und verfügen über ein eigens dafür angefertigtes Ablagefach, so dass dort das Gotteslob und die Chormappe aufbewahrt werden können. Der Kirchenchor freut sich sehr darüber, denn die alten – aus DDR-Zeiten stammenden Stühle – waren nicht nur unbequem, sondern auch unpraktisch.
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„Es ist also genügend Platz vorhanden.“ freut sich Dekan Böhme. „Die neuen Bänke sehe ich auch als eine Einladung an die Menschen, unsere Gottesdienste mitzufeiern. Denn dafür sind sie schließlich gebaut worden.“

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