Gereimte Predigt 2018

Evangelium: 6. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr B (Mk 1,40-45)
gehalten in der Heiligen Familie und St. Franziskus am 10. / 11.02.2018

Liebe Gemeinde, Schwestern, Brüder,
heut‘ pred’ge ich in Reimform wieder,
so wie ich’s mehrmals schon gemacht,
vor Fastnacht. Darum gebt schön acht!
Denn jedem ist dabei wohl klar:
Dies gibt‘s nur einmal hier im Jahr.

Das, was ich euch nun werd‘ erzählen,
ist nicht gedacht, bei euch zu stählen
die Lachmuskeln. Denn ich teil‘ mit:
Dies ist `ne Predigt, keine Bütt.
Natürlich ist ein Lächeln schön,
bei jedem Menschen anzuseh‘n.

Ich möchte vielmehr überlegen,
was uns als Christen sollte prägen,
was für uns gut und richtig ist,
damit man dies auch nicht vergisst,
damit wir leben aus dem Geist,
der froh uns macht, den Weg uns weist.

Deshalb red‘ ich gar nicht viel rum
und schau auf’s Evangelium,
das wir gehört und das erzählt:
ein Mann von Aussatz wird gequält.
Die schlimme Krankheit dazu führt,
dass so ein Mensch ist isoliert.

Denn wer sich will mit ihm abgeben,
gefährdet auch sein eignes Leben.
Sich anzustecken ist real,
wenn man Kontakt hat, allemal.
Man geht auf Abstand und O Weh.
Mitmenschlichkeit ist da passé.

Der Mann mit Aussatz tritt heran
zu Jesus und er fällt sodann
auf seine Knie, macht sich ganz klein
und bittet: „Herr, mach du mich rein!
Hilf mir, schenk Heilung! Denn nur du
hast wirklich auch die Macht dazu.“

Und Jesus – heißt’s im Text sodann –
hat Mitleid mit dem armen Mann,
streckt seine Hand aus, zögert nicht,
erhebt die Stimme und er spricht:
„Ich will es. Werde rein!“ Sofort
erfüllt sich auch des Herren Wort.

Der Aussatz weicht, der Mann wird rein.
Und Jesus schickt ihn schließlich heim.
Doch er gebietet: „Halt den Mund!
Tu nichts von diesem Wunder kund!
Zeig dich den Priestern, bring‘ dann dar
ein Opfer, wie’s seit Mose war!“

Doch der Geheilte hält sich nicht
an Jesu Auftrag, sondern spricht
zu allen, wie so wunderbar,
die Heilung von dem Aussatz war.
Erzählt es hier, erzählt es dort,
bald war’s bekannt an allem Ort.

Nun meidet Jesus jede Stadt,
weil er da keine Ruhe hat.
Geht deshalb in die Einsamkeit,
doch merkt er bald: die ganze Zeit
kommen die Leute zu ihm hin.
Nach Wundern steht ihnen der Sinn.

Und deshalb ist wohl jedem klar,
warum es Jesu Wille war,
nichts zu erzähl’n, was da gescheh’n.
Er will, dass Menschen tiefer seh’n.
Weil Glaube nur an Wunder ist
kein tragendes Lebensgerüst.

Denn immer wieder deutlich wird,
dass tiefer Glaube dazu führt,
mit ganzem Herzen Gott zu trau’n
und nicht nur auf ein Wunder schau‘n.
Entscheidungen sind da gefragt,
wenn man „Ich glaube“ einmal sagt.

Wer diesen Glauben dann bekennt
mit ganzem Herzen und Gott nennt
den Herrn des eignen Lebens gar,
wird merken: er wirkt wunderbar.
In seiner Nähe, die er gibt
spürt man: ich bin von ihm geliebt.

Egal, was da bei mir auch war,
das Evangelium macht klar:
Kein Fall ist hoffnungslos, man sieht:
durch Jesus Heilung oft geschieht,
wenn ich’s nur zulass`. Das macht froh.
Er handelt an uns immer so!

Doch auch aus einer and’ren Sicht
kommt eine Frage hier ans Licht:
Wie ist’s mit unserem Verhalten
und wie wir manchmal so gestalten
Mitmenschlichkeit zu Zeitgenossen?
Sind offen wir? Oder verschlossen?

Auch da wird Ausgrenzung geübt
beim andern, weil uns nicht beliebt,
was er so denkt, wie er sich kleidet.
Deswegen man ihn tunlichst meidet.
Oder weil er ein Flüchtling ist,
ein Moslem, nicht – wie ich – ein Christ.

Wenn Unbehagen mir beschert,
was dieser glaubt, was jener lehrt,
die Einstellung oder Partei,
da bin ich oft auch schnell dabei
zu reagier’n mit Spott und Hohn,
dräng‘ so ins Abseits die Person.

Hier sollten wir auf Jesus seh’n,
denn klar wird dann: So darf’s nicht geh’n
für uns als Christen, denn wir sind
zu seinen Nachfolgern bestimmt.
Aus diesem Grund sind wir gebeten
in seine Fußspuren zu treten.
 
Die Liebe ist das Fundament,
das Jesus für sein Handeln kennt,
und die soll uns auch selbst erfüllen.
Dann leben wir nach seinem Willen.
Wo Liebe fehlt, da fehlt auch Gott.
Für Christen hieße das: bankrott.

Deshalb ist jeder angefragt,
ob er, ob sie es einmal wagt,
mit Offenheit, Geduld, Versteh’n
auf Ausgegrenzte zuzugeh’n,
die Hand – wie Jesus – auszustrecken,
Mitmenschlichkeit neu zu entdecken.

Dem andern wird dann klar geschwind:
ich bin ein gottgeliebtes Kind,
er ist mein Vater und will seh’n,
dass alle Menschen sich versteh’n
und üben Solidarität,
damit niemand im Abseits steht.

Je besser dieses uns gelingt,
es Glauben stark zum Strahlen bringt.
Und dann kann es sogar gescheh’n,
dass mancher sagt: „Ich werd‘ mal seh’n,
ob das vielleicht für mich auch ist
ein Weg, zu leben als ein Christ.

Nun möchte ich den Blick mal wagen
nach vorn, denn es gibt viele Fragen,
die uns beschäftigen. Wie’s wird,
wenn Heinrich, unser Oberhirt
Zwickau und Kirchberg bald vereint,
was ja in naher Zukunft scheint.

Da gibt es Ängste, nicht grad klein
und manche stimmen klagend ein,
weil sie befürchten, wie bisher
versorgt zu werden, geht nicht mehr.
Und wird die Mess‘ zur Lieblingszeit
verschoben, dann droht man mit Streit.

Manchem fällt’s schwer zu akzeptieren,
dass wir Gebäude reduzieren,
weil wir zu viele davon haben
und wirtschaftlich nicht können tragen.
Die Zahlen tun dies klar belegen.
Auch da heißt es, sich zu bewegen.

Natürlich lässt sich nicht bestreiten:
die Zukunft führt in and’re Zeiten
und diese kann man nur besteh’n,
wenn wir als Gottesvolk uns seh’n.
Wie jeder sich da bringt mit ein,
so wird die Kirche schließlich sein.

Mir ist nicht bange, weil ich weiß,
mit Freude, Ausdauer und Fleiß,
sind viele mit dem Herz dabei
fühl’n sich zu Haus‘ in der Pfarrei.
Das zu erleben, tut sehr gut,
macht optimistisch und schenkt Mut.

Wenn wir auch künftig uns anstrengen,
befreit uns das von manchen Zwängen.
Wir werden offen und bereit,
zu geh’n in eine neue Zeit.
Was sie uns bringt? Ich bin gespannt.
Denn alles liegt in Gottes Hand.

Wenn Gott für uns das Zentrum ist,
„Was will er?“ sich fragt jeder Christ
und danach handelt. Glaubt es mir
dann gibt es auch noch Christen hier
in fünfzig Jahr’n, in tausend gar.
Wir bauen heut‘ den Grund, ganz klar.

Jetzt will ich and’res noch benennen,
was mir tut auf der Seele brennen.
Schon mehrmals habe ich’s gewagt
und diesbezüglich was gesagt.
Doch einige hab’n nach den Messen
dies offensichtlich schnell vergessen.

Sei’s drum! Ich wiederhol mich gern:
Die Kirche ist das Haus des Herrn.
Ein jeder sollte sich bequemen
und dementsprechend auch benehmen.
Wenn wer sich unterhalten tut,
dann finde ich das gar nicht gut.

Soll ich es schreiben groß mit Tusche:
Haltet doch bitte eure Gusche,
wenn ihr die Kirche hier betretet
und respektiert, dass mancher betet.
Da vorne ist ein rotes Licht,
das mahnt euch: Bitte quatscht jetzt nicht!

Das gleiche nach der Messe gilt,
denn meist die Lautstärke anschwillt.
Habt ihr euch schnell was mitzuteilen,
dann solltet ihr nach draußen eilen.
Denn dort ist ja genügend Platz,
für diesen oder jenen Schwatz.

Wenn kleine Kinder kommen her
zum Gottesdienst, dann freut’s uns sehr.
Denn die gehören ja dazu.
Doch manchmal ist vorbei die Ruh,
das Kind es quängelt oder schreit,
rennt durch die Kirch‘ die ganze Zeit.

Gott weiß, ich habe viel Geduld
und geb‘ den Kleinen keine Schuld.
Den Eltern wünsch‘ ich mehr Gespür,
zu merken: jetzt wird’s brenzlig hier,
und dann zu geh’n auf Schusters Rappen,
um mit dem Nachwuchs Luft zu schnappen.

Sensibel sollten wir betrachten
dies‘ Thema, aufeinander achten,
damit die Interessenslagen
von Jung und Alt kommen zum Tragen.
Wenn wir das schaffen, denk‘ ich prompt,
dass jeder gern zur Kirche kommt.

Wir nähern uns der Fastenzeit,
denn Aschermittwoch ist nicht weit.
Die Wochen wollen wir gut nutzen,
für Ostern uns herauszuputzen,
denn dieses ist das schönste Fest,
weil’s Zukunft uns erahnen lässt.

Ein jeder sollte sich besinnen:
Wie sieht es bei mir aus, hier drinnen?
Und welchen Platz räum‘ Gott ich ein?
Wird das bei mir der erste sein?
Wie zeigt sich bei mir ganz konkret
wie’s um die Nächstenliebe steht?

Soll etwas zum Erfolge führen,
muss man dafür oft hart trainieren.
Im Sport, bei einem Instrument,
in Schule und Beruf man kennt
die oft zitierte Redensweis‘
„Ganz ohne Fleiß gibt’s keinen Preis.“

Und freilich gilt das auch als Christ.
Tagtäglich man gefordert ist.
Wir werd'n damit nie fertig sein
zu üben Glaubensdinge ein.
Damit man das auch wirklich schafft
bedarf es Fleiß, Geduld und Kraft.

Dazu wünsch ich uns Phantasie,
denn langweilig wird es dann nie.
Vertrauen wir auf Gottes Segen,
auf allen uns’ren Lebenswegen.
Gott ist der Herr von Raum und Zeit,
er führt uns in die Ewigkeit.

Nun soll’s genügen, liebe Leute,
was ihr von mir vernommen heute.
Ja, auch die Predigt hat ein Ende
und dieses kommt nun ganz behände.
Lasst bleiben uns in Gottes Namen!
Gelobt sei Jesus Christus. Amen.
 

© Markus Böhme