Abschluss der Sanierungsarbeiten und Weihe des Turmkreuzes
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Mit einem Gottesdienst aus Anlass des Festes "Mariä Lichtmess" wurde am Freitag, dem 01. Februar 2008, der Abschluss der Sanierungsarbeiten an den Fassaden von Kirche und Pfarrhaus gefeiert.
Um 19 Uhr führte eine Prozession zum Kirchturm, wo das neue Turmkreuz geweiht wurde.
"Das Kreuz ist nach vorn - der dem Betrachter zugewandten Seite - aufgebrochen", erklärte Pfarrer Laurenz Tammer. "Aus der Entfernung wirkt die Öffnung wie ein schwarzes Band in der Mitte. Erst aus der Nähe betrachtet sieht man: das Kreuz ist geöffnet, vergleichbar mit einer offenen Wunde.... In der Dunkelheit aber leuchtet unser Kreuz. Es leuchtet von innen heraus. Es muss nicht angestrahlt werden. Das "schwarze Band vom Tag" wird hell. Durch die "offene Wunde" schimmert das Licht. Das Kreuz will uns daran erinnern, worauf es ankommt: Auf die ständige Erneuerung unseres Lebens von innen heraus. Dem lebendigen Gott sollen wir unser sehnsuchtsvolles, verwundetes Herz hinhalten, damit er es verwandelt, auf dass wir Menschen der Hoffnung und der Freude werden."
Bei einem anschließenden Empfang dankte Pfarrer Tammer allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.
Herr Bauch von der Baudenkmalpflege Bauch erläuterte technische Einzelheiten der Fassadensanierung. Der Betriebsleiter der ausführenden Baufirma Lothar Franke aus Benndorf überbrachte Gruß- und Dankesworte. Während eines kleinen Imbisses konnten sich Interessierte anhand von Schautafeln, die Herr Kolodjezak aufbereitet und zusammengestellt hatte, über das Baugeschehen nochmals informieren.
Chronologie der Sanierung von Kirche und Pfarrhaus
Medien-Information vom 7. August 2007

Nach über 70 Jahren: neuer Putz nach altem Rezept

In dieser Woche haben die Vorbereitungen für ein unerwartet aufwändiges Bauvorhaben begonnen: Bis zum Wintereinbruch wird an Kirche und Pfarrhaus der Gemeinde "Heilige Familie" Zwickau der denkmalgeschützte Fassadenputz originalgetreu durch neuen ersetzt bzw. konserviert. Die Kosten liegen bei 100.000 Euro.
Die Kirche wurde 1935 geweiht. Nach über 70 Jahren war eine Sanierung der Hülle dringend an der Zeit: An zahlreichen Stellen hatte sich der Putz gelöst; einige Löcher wurden in der Vergangenheit geflickt, andere blieben bestehen. Doch es bestand die Gefahr, dass herunterfallender Putz geparkte Fahrzeuge beschädigt oder Menschen verletzt werden. Die Gemeinde beschloss daraufhin vor knapp zwei Jahren, die Fassade erneuern zu lassen.
In der frühen Planungsphase machte das Amt für Denkmalschutz darauf aufmerksam, dass es sich um eine Art von Putz handelt, die für die Bauzeit typisch ist und die zu erhalten bzw. nachzustellen ist: den Kellenwurfputz. Daraufhin analysierte der Dresdner Restaurator Klaus-Gunnar Bauch den Putz der Pfarrkirche und stellte die Rezeptur fest. Firmen, die für den Auftrag in die engere Auswahl kamen, mussten eine Probe liefern, inwieweit sie die spezielle Kellenwurftechnik beherrschen. Unter der Aufsicht des Restaurators wird in den kommenden Wochen eine Baufirma den überwiegenden Teil der Mauern nach historischem Vorbild neu verputzen. Der übrige Teil behält den Originalputz. Dieser wird allerdings sorgfältig gesäubert und repariert.

Restaurator Klaus-Gunnar Bauch: "An der Pfarrkirche Heilige Familie ist ein weitestgehend erhaltener Kellenwurfputz mit auffallend grober Beimischung von Kiesen mit abgerundeter Oberfläche aus der Bauzeit der Kirche festzustellen. Im Gegensatz zu der betont schlicht und sachlich gehaltenen Pfarrkirche wird durch die von Hand aufgeworfene grobe Kornstruktur eine rustikale, die Oberfläche auflockernde Putzoberfläche geschaffen. Die Textur des Putzes ist in weiten Bereichen sehr gleichmäßig und prägt mit der nachträglich geschlämmten Oberfläche das Gesamterscheinungsbild der Kirche. Der Putz muss als typisches Beispiel für die handwerklichen Techniken aus dieser Zeit angesehen werden. Aus diesem Grund wird eine originalgetreue Nachstellung des Originalputzes in handwerklich ähnlicher Technik mit denkmalgerechten Materialien angestrebt und weiterhin versucht, die am besten erhaltenen Bereiche der Putzfassade zu konservieren.
Zu diesem Zweck wurde die Zusammensetzung des Originalputzes durch mein Sachverständigenbüro analysiert und die Putzrezeptur entsprechend nachrezeptiert, so dass sie dem Originalputz gleicht. Weiterhin wurden im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung Handwerksfirmen gesucht, welche mit entsprechenden Putztechniken vertraut sind. Bereiche der Nord- und Südfassade werden aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes konserviert d.h. die Fassadenbereiche werden gereinigt, vorhanden Fehlstellen werden instand gesetzt, Risse geschlossen und Hohlstellen hinterfüllt."

Ansprechpartner:
Pfarrer Laurenz Tammer: 0375 /29 41 90
Restaurator Klaus-Gunnar Bauch: 0351 / 81 03 680 und 0177/ 61 38 594
www.baudenkmalpflege-bauch.de

20.08.07
24.08.07
15.09.2007
29.08.07
20.09.07
Der abschließende Fassadenanstrich hat begonnen.
09.11.2007
Der Turm ist fertig geputzt.
30.09.2007
Die Gerüste sind gefallen.
26.11.2007
Der Turm ist fertig.
15.11.2007
Die Fassade ist fertig.
17.12.2007